Ausdrucksvolle Semseyit-Stufe aus der Herja-Mine in Maramureș, Rumänien. Silbergraue, garben- bis fächerförmige Semseyitkristalle sitzen zwischen dunkel metallisch glänzenden Galenit- und Sphaleritkristallen. Zahlreiche hellgraue, kugelig-traubige Aggregate, vermutlich Sphärosiderit, verleihen der Stufe einen besonders kontrastreichen Aufbau. Ein interessantes Sammlerstück aus einer der klassischen Fundstellen für Semseyit.
Semseyit aus der Herja-Mine in Rumänien
Die Herja-Mine bei Baia Mare im Kreis Maramureș gehört zu den bedeutenden historischen Erzfundstellen Rumäniens. Das hydrothermale Lagerstättensystem ist besonders für seine vielfältigen Sulfid- und Sulfosalzmineralisationen bekannt. Herja zählt zu den klassischen Fundstellen für hervorragend entwickelte Semseyitkristalle.
Die vorliegende Stufe zeigt eine reichhaltige Vergesellschaftung aus Semseyit, Galenit und Sphalerit sowie hellgrauen, vermutlich sideritischen Aggregaten. Die dunklen Erzminerale bilden den größten Teil der Stufenoberfläche. Dazwischen treten zahlreiche silbrig glänzende Semseyitkristalle hervor.
Kristallausbildung und Paragenese
Besonders charakteristisch sind die garben- und fächerförmigen Semseyitaggregate. Die länglichen, tafelig bis leistenförmig entwickelten Kristalle sind teilweise radial angeordnet. Sie sitzen überwiegend auf der Vorderseite, lassen sich jedoch auch an mehreren Stellen der Rückseite erkennen.
Der Galenit besitzt eine überwiegend gedrungene, komplexe Kristallausbildung. Neben annähernd kuboktaedrischen Formen fallen stellenweise unregelmäßige, abgestufte und leicht gerundet wirkende Kristallkonturen auf.
Einen auffälligen Kontrast bilden die zahlreichen hellgrauen, kugelig bis traubig ausgebildeten Aggregate, bei denen es sich vermutlich um Sphärosiderit handelt, eine kugelige Ausbildungsform des Minerals Siderit.
Die Verwachsungsverhältnisse sind mineralogisch besonders interessant: Die Semseyitgarben wirken stellenweise auf bereits vorhandene Erzminerale aufgewachsen. Einige der hellgrauen Kugelaggregate scheinen wiederum Teile der Semseyitkristalle zu überdecken. Dies könnte auf eine mehrphasige Mineralbildung hinweisen. Eine eindeutige Kristallisationsabfolge lässt sich anhand der makroskopischen Beobachtung jedoch nicht nachweisen.
Mit 11,5 × 7,5 × 4 cm und einem Gewicht von 428 g handelt es sich um eine größere, reichhaltig kristallisierte Sammlerstufe aus dem klassischen rumänischen Bergbaurevier.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Hauptmineral | Semseyit |
| Begleitminerale | Galenit, Sphalerit, vermutlich Siderit (Sphärosiderit) |
| Mineralklasse | Sulfosalze |
| Chemische Formel (Semseyit) | Pb₉Sb₈S₂₁ |
| Kristallsystem (Semseyit) | Monoklin |
| Fundort | Herja-Mine, Baia Mare, Maramureș, Rumänien |
| Farbe | Silbergrau bis dunkel bleigrau; hellgraue kugelige Aggregate |
| Kristallausbildung | Garben- bis fächerförmiger Semseyit; komplex ausgebildeter Galenit |
| Kristallanordnung | Semseyitaggregate auf beiden Stufenseiten, vor allem auf der Vorderseite |
| Besonderheit | Klassische Semseyit-Fundstelle; mineralogisch interessante Verwachsungen |
| Abmessungen | 11,5 × 7,5 × 4 cm |
| Gewicht | 428 g |



















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