Parisit-(Ce) gehört zu den mineralogisch interessantesten Begleitmineralen der kolumbianischen Smaragdlagerstätten. Besonders der Muzo-Distrikt nimmt dabei eine außergewöhnliche Stellung ein: Er ist nicht nur für seine Smaragde weltberühmt, sondern zugleich die Typlokalität von Parisit-(Ce). Der folgende Artikel gibt einen Überblick über Mineralogie, Kristallformen, Vorkommen und einige Stücke aus meiner eigenen Sammlung.
Mehr als nur Smaragd
Der Muzo-Distrikt im Departamento Boyacá ist vor allem für seine Smaragde weltbekannt. Gemeinsam mit den Bergbaurevieren Peñas Blancas, Yacopí, Maripí mit der Mina La Pita und Coscuez gehört Muzo zum westlichen Smaragdgürtel Kolumbiens, einer der bedeutendsten Smaragdregionen der Welt [1].
Weniger bekannt ist, dass die Lagerstätten von Muzo neben Smaragd auch eine Reihe außergewöhnlicher Begleitminerale hervorgebracht haben. Eines der mineralogisch interessantesten ist Parisit-(Ce), ein seltenes Fluorcarbonat der Seltenen Erden, das in den kolumbianischen Lagerstätten gemeinsam mit der hydrothermalen Smaragdmineralisation auftreten kann [1]. Einen ausführlicheren Einblick in die Smaragdregionen Kolumbiens, ihre Geologie und meine Besuche in Muzo, Coscuez, Chivor und Gachalá gebe ich in meinem Reisebericht über die kolumbianischen Smaragdregionen.
Was ist Parisit?
Unter dem Namen Parisit wird eine Gruppe eng miteinander verwandter Fluorcarbonate der Seltenen Erden zusammengefasst. Zu ihr gehören die Mineralspezies Parisit-(Ce), Parisit-(La) und Parisit-(Nd). Die einzelnen Vertreter unterscheiden sich insbesondere danach, welches Element der Seltenen Erden auf den entsprechenden Positionen der Kristallstruktur dominiert [1].
Parisit-(Ce)
Für die kolumbianischen Smaragdlagerstätten ist insbesondere Parisit-(Ce) von Bedeutung. Bei dieser Mineralspezies ist Cer das dominierende Element der Seltenen Erden. Parisit-(Ce) besitzt die idealisierte chemische Formel CaCe₂(CO₃)₃F₂ [1, 2].
Der historische Parisit aus dem Smaragdgebiet von Muzo entspricht der heute als Parisit-(Ce) bezeichneten Mineralspezies. Muzo beziehungsweise die Muzo Mine werden als Typlokalität beziehungsweise Co-Typlokalität des Minerals geführt [2].
Mineralogische Eigenschaften von Parisit-(Ce)
Parisit-(Ce) kristallisiert im monoklinen Kristallsystem, entwickelt jedoch häufig einen ausgeprägt pseudohexagonalen Habitus. Die scheinbar höhere Symmetrie kann unter anderem durch komplexe Schichtfolgen und Verwachsungen mit strukturell verwandten REE-Fluorcarbonaten entstehen [1, 2].
| Eigenschaft | Parisit-(Ce) |
|---|---|
| Chemische Formel | CaCe₂(CO₃)₃F₂ |
| Kristallsystem | monoklin |
| Farbe | braun, braungelb, wachsgelb bis graugelb |
| Transparenz | transparent bis durchscheinend |
| Glanz | Harz- oder Perlglanz |
| Mohshärte | ca. 4,5 |
| Dichte | ca. 4,33–4,39 g/cm³ |
| Spaltbarkeit | deutlich bis gut |
| Bruchverhalten | spröde |
| Habitus | pseudohexagonal, häufig scheinbar prismatisch bis pyramidal; auch zepterartige Formen |
Die Mohshärte liegt bei etwa 4,5, womit Parisit-(Ce) deutlich weicher als Smaragd ist. Gleichzeitig besitzt das Mineral aufgrund seines hohen Anteils an Seltenen Erden eine vergleichsweise hohe Dichte von ungefähr 4,33 bis 4,39 g/cm³ [1, 2].
Besonders charakteristisch ist die häufig pseudohexagonale Erscheinung der Kristalle. Komplexe Verwachsungen und unterschiedliche Stapelungsfolgen innerhalb der REE-Fluorcarbonate können zu stark gestreiften, scheinbar prismatischen oder zepterartigen Kristallformen führen. Gerade bei kolumbianischem Material können solche Verwachsungen die eindeutige Bestimmung erschweren [1].
Entdeckung und Namensgebung von Parisit-(Ce)
Die Geschichte des Parisits ist unmittelbar mit den Smaragdminen von Muzo verbunden. Die erste Beschreibung von „Parisit“ stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und basiert auf einem Exemplar aus dem Smaragdgebiet von Muzo im Departamento Boyacá [1].
Benannt wurde das Mineral nach José Ignacio París Ricaurte, der im 19. Jahrhundert mit dem Betrieb der Smaragdminen von Muzo verbunden war und die Mine von 1828 bis 1848 gepachtet hatte. Damit verweist der Name Parisit unmittelbar auf die Geschichte des kolumbianischen Smaragdbergbaus [2].
Muzo besitzt für Parisit-(Ce) daher eine besondere mineralogische Bedeutung. Sowohl das Gebiet von Muzo als auch die Muzo Mine werden als Co-Typlokalitäten der Mineralspezies geführt [2].
Lange Zeit blieb das kolumbianische Vorkommen außergewöhnlich: Weitere Vorkommen von Parisit wurden erst nach 1890 bekannt. Heute ist Parisit-(Ce) auch aus verschiedenen magmatischen und karbonatitischen Lagerstätten anderer Teile der Welt bekannt. Das kolumbianische Auftreten stellt jedoch einen geologisch besonderen Fall dar, da Parisit-(Ce) hier in hydrothermalen Gang- und Hohlraummineralisationen innerhalb kohlenstoffreicher Sedimentgesteine vorkommt [1].
Parisit-(Ce) in den kolumbianischen Smaragdlagerstätten
Parisit-(Ce) ist in Kolumbien vor allem mit den Smaragdlagerstätten des westlichen Smaragdgürtels verbunden. Zu diesem gehören unter anderem die Distrikte Muzo-Quipama, Coscuez, Maripí, Peñas Blancas, Pauna und Yacopí-La Palma. In den hydrothermalen Gängen und Brekzien dieser Lagerstätten tritt Parisit-(Ce) als untergeordnetes Begleitmineral neben Calcit, Dolomit, Pyrit, Fluorit, Apatit, Quarz und Smaragd auf [3].
Besonders gut dokumentiert ist Parisit-(Ce) aus dem Muzo-Gebiet sowie aus der Mina La Pita bei Maripí. Eine detaillierte mineralogische Untersuchung von Material aus La Pita zeigt Parisit-(Ce) gemeinsam mit der Smaragdmineralisation in organisch reichen Schwarzschiefern. Für den westlichen Gürtel wird Parisit-(Ce) als Bestandteil einer späteren hydrothermalen Mineralisationsphase beschrieben, in der unter anderem auch Smaragd, Fluorit, Apatit und Quarz auskristallisierten [1, 3].
Für Muzo ist der Zusammenhang besonders gut untersucht. Parisit-(Ce) tritt dort nicht nur im selben hydrothermalen System wie Smaragd auf; Untersuchungen zeigen auch ein texturelles Gleichgewicht zwischen Parisit-(Ce) und Smaragd. Die für die Bildung des Parisits benötigten Seltenen Erden wurden dabei offenbar zumindest zu einem wesentlichen Teil aus den umgebenden dunklen Sedimentgesteinen mobilisiert [4].
Interessant ist jedoch, dass Parisit-(Ce) nicht grundsätzlich auf den westlichen Smaragdgürtel beschränkt ist. Neuere Untersuchungen zur hydrothermalen Entwicklung der kolumbianischen Smaragdlagerstätten führen Parisit-(Ce) auch als Spurmineral der zweiten Mineralisationsphase über die kolumbianischen Smaragddistrikte hinweg und stellen eine grundsätzlich ähnliche geochemische Entwicklung beider Gürtel heraus [3]. Damit gibt es Hinweise auf Parisit-(Ce) beziehungsweise REE-Fluorcarbonate auch im östlichen Smaragdgürtel, zu dem Gachalá, Chivor und Macanal gehören.
Wie tritt Parisit-(Ce) in Muzo auf?
Im Muzo-Distrikt tritt Parisit-(Ce) innerhalb der hydrothermalen Gang- und Hohlraummineralisation der unterkretazischen, organisch reichen Schwarzschiefer auf. Die Parisit-(Ce)-führenden Gänge können neben dem Mineral auch Calcit, Albit, Pyrit, Quarz, Fluorit und Smaragd enthalten. Untersuchungen an Proben aus dem Muzo-Gebiet zeigen Parisit-(Ce) insbesondere in Smaragd–Parisit–Calcit–Albit-Gängen, die das dunkle, graphitreiche Nebengestein durchschlagen [4].

Parisit-(Ce) wird einer späteren hydrothermalen Mineralisationsphase zugeordnet. Für den westlichen Smaragdgürtel werden mehrere Mineralisationsstadien unterschieden. In dieser Phase kristallisierten unter anderem Smaragd, Parisit-(Ce), Pyrit, Dolomit, Fluorit und Quarz. Parisit-(Ce) und Smaragd wurden dabei in texturellem Gleichgewicht beobachtet, was darauf hindeutet, dass beide Minerale zumindest teilweise gleichzeitig aus demselben hydrothermalen System auskristallisierten [4].
Die Ausbildung des Parisit-(Ce) kann sehr unterschiedlich sein. Neben kleinen Kristallen und Einschlüssen in Smaragd kommen frei ausgebildete Kristalle in Ganghohlräumen und Taschen vor. Für kolumbianisches Material werden überwiegend prismatische bis tonnenförmige, pseudohexagonal erscheinende Kristalle beschrieben. Charakteristisch sind häufig deutliche Querstreifungen auf den scheinbaren Prismenflächen. Die Farbe reicht bei untersuchtem Material von braun bis rötlichbraun; unter künstlicher Beleuchtung können die Kristalle deutlich gelblicher erscheinen [1].
Mineralogisch besonders interessant ist, dass äußerlich einheitlich erscheinende Parisit-(Ce)-Kristalle im Inneren wesentlich komplizierter aufgebaut sein können. Untersuchungen an Material aus der Mina La Pita zeigten syntaxiale Verwachsungen von Parisit-(Ce) mit Röntgenit-(Ce) und weiteren REE-Fluorcarbonat-Phasen sowie unterschiedliche Stapelungsfolgen innerhalb einzelner Kristalle [1]. Dadurch ist die exakte Bestimmung solcher Kristalle allein anhand ihrer äußeren Form nicht immer möglich.
Warum gerade im Muzo-Gebiet teilweise ungewöhnlich große und gut ausgebildete Kristalle entstehen können, lässt sich wahrscheinlich nicht auf einen einzelnen Faktor zurückführen. Entscheidend dürfte das Zusammenspiel aus einer ausreichenden Versorgung der hydrothermalen Fluide mit Calcium, Carbonat, Fluor und Seltenen Erden sowie der Ausbildung offener Gänge und Hohlräume gewesen sein. Die benötigten Seltenen Erden wurden nach geochemischen Untersuchungen überwiegend durch die Wechselwirkung der Fluide mit den umgebenden Schwarzschiefern mobilisiert [4]. Offene Hohlräume ermöglichten lokal ein weitgehend ungehindertes Kristallwachstum. Die außergewöhnliche Größe einzelner Muzo-Parisit-(Ce)-Kristalle sollte daher eher als Ergebnis besonders günstiger lokaler Wachstumsbedingungen verstanden werden und nicht als generelle Eigenschaft des Minerals [4].
Kristallformen von Parisit-(Ce) aus Muzo
Parisit-(Ce) aus Muzo kann sehr unterschiedlich ausgebildete Kristalle entwickeln. Typisch sind pseudohexagonal erscheinende, prismatische bis pyramidal zugespitzte Formen, deren scheinbar hohe Symmetrie nicht dem tatsächlichen monoklinen Kristallsystem entspricht. Häufig zeigen die Kristalle eine deutliche Querstreifung der Seitenflächen, wodurch sie teilweise tonnenförmig oder leicht gegliedert wirken. Daneben kommen auch gedrungenere Kristalle sowie zepterartige Wachstumsformen vor [1].
Ein besonders gutes Beispiel hierfür ist ein großer Parisit-(Ce)-Kristall aus meiner Sammlung. Mit einer Länge von etwa 3 cm gehört er bereits zu den ungewöhnlich großen Kristallen dieses Minerals aus Muzo. Der Kristall zeigt eine langgestreckte, pseudohexagonale Grundform mit deutlich entwickelten Seitenflächen. Besonders auffällig ist die unterschiedliche Ausbildung der beiden Enden: Während eine Endfläche sehr gut entwickelt und klar begrenzt ist, ist die gegenüberliegende Seite weniger vollständig ausgebildet. Dadurch lässt sich an dem Stück gut erkennen, dass das Kristallwachstum nicht auf allen Seiten unter identischen Bedingungen erfolgte.

Gerade bei solchen größeren Kristallen wird deutlich, dass der äußere Habitus von Parisit-(Ce) wesentlich komplexer sein kann, als es die scheinbar regelmäßige Grundform zunächst vermuten lässt. Wachstumsunterbrechungen, Kontakt mit Matrix oder anderen Gangmineralen sowie unterschiedliche Wachstumsbedingungen können zu asymmetrischen Endflächen und ungleichmäßiger Flächenentwicklung führen. Der Kristall zeigt damit sehr anschaulich, wie variabel Parisit-(Ce) innerhalb der hydrothermalen Hohlräume von Muzo auskristallisieren kann.
Neben länglich pseudohexagonalen Kristallen kommen in Muzo auch gedrungenere, tonnen- bis birnenförmige Ausbildungen sowie zepterartige Wachstumsformen vor. Bei letzteren verbreitert sich ein jüngerer Wachstumsabschnitt gegenüber dem darunterliegenden Kristallkörper. Solche oszillatorischen und zepterartigen Formen können mit komplexen Verwachsungen verschiedener REE-Fluorcarbonate zusammenhängen [1].
Parisit-(Ce) aus Muzo – ausgewählte Stücke
Bei meinen Reisen durch Kolumbien hielt ich mich auch mehrere Tage in Muzo auf. Dort hatte ich die besondere Gelegenheit, ein Lot mit mehreren Parisit-(Ce)-Kristallen zu erwerben. Einige dieser Stücke befinden sich heute im Shop, andere im Showroom. Dadurch lassen sich unterschiedliche Ausbildungs- und Erscheinungsformen des Minerals unmittelbar miteinander vergleichen.
Die überwiegende Mehrheit der Kristalle in meiner Sammlung ist kaum größer als einen Zentimeter und zeigt eine gedrungen-prismatische Ausbildung. Einige der Kristalle weisen eine Farbzonierung auf, von gelblich über honigfarben bis hin zu rotbraun. Die typische Farbe ist aber braun, ein typisches Beispiel ist zum Beispiel dieses Exemplar mit einem Gewicht von rund 3 g.

Daneben besitzt meine Sammlung ein Matrixstück mit einem etwa 7 mm großen, transparenten Parisit-(Ce)-Kristall. Obwohl der Kristall deutlich kleiner ist, wirkt das Stück durch den Kontrast zwischen dem freistehenden Kristall und seiner Matrix besonders anschaulich. Solche Matrixstücke zeigen zugleich wesentlich besser den ursprünglichen geologischen Zusammenhang als isolierte Kristalle und verdeutlichen, wie Parisit-(Ce) innerhalb der hydrothermalen Gangmineralisation auftreten kann. Gelegentlich tritt Parisit-(Ce) sogar gemeinsam mit Smaragd auf. Stufen, die beide Minerale in attraktiver Paragenese zeigen, sind jedoch ausgesprochen selten.

Dieser 3 cm hohe Parisit-(Ce)-Kristall aus dem Showroom stellt ein echtes Highlight in meiner Sammlung dar. Für dieses Mineral stellt bereits eine solche Größe eine bemerkenswerte Ausbildung dar. Der Kristall zeigt die für Parisit typische längliche, pseudohexagonale Form und eine deutlich erkennbare Flächenentwicklung. Eine der Endflächen ist sehr gut ausgebildet, während die gegenüberliegende Seite weniger vollständig erhalten ist.

Parisit-(Ce) aus Muzo im Vergleich zu anderen Fundorten
Parisit-(Ce) ist heute von verschiedenen Fundorten weltweit bekannt. Zu den dokumentierten Vorkommen gehören unter anderem die Mountain-Pass-Karbonatitlagerstätte in Kalifornien, der Amba-Dongar-Karbonatitkomplex in Indien, die Snowbird Mine in Montana, der Mount-Malosa-Pluton in Malawi sowie die große REE-Lagerstätte Bayan Obo in China [1].
Geologisch unterscheidet sich Muzo jedoch deutlich von vielen dieser Vorkommen. Parisit-(Ce) tritt weltweit häufig in Verbindung mit alkalinen Magmatiten und Karbonatiten auf. In den kolumbianischen Smaragdlagerstätten fehlt dagegen eine solche direkte magmatische Beziehung. Hier kristallisierte Parisit-(Ce) aus hydrothermalen Fluiden in Gängen und Hohlräumen innerhalb organisch reicher Sedimentgesteine. Gerade diese sedimentgebundene hydrothermale Entstehung macht das Vorkommen von Muzo ungewöhnlich [1, 4].
Auch für Sammler besitzt Muzo eine besondere Stellung. Während Parisit-(Ce) an anderen Lagerstätten teilweise Bestandteil großer REE-Mineralisationen ist und dort auch nur als kleine oder unauffällige Körner auftreten kann, brachte der Muzo-Distrikt frei ausgebildete und teilweise mehrere Zentimeter große Kristalle hervor. Zudem kann Parisit-(Ce) dort gemeinsam mit Smaragd auftreten. Diese Kombination aus ungewöhnlicher Genese, gut entwickelten Kristallen und dem Status als Typlokalität macht Muzo zu einem der mineralogisch bedeutendsten Fundorte für Parisit-(Ce) [1, 4].
Fazit
Parisit-(Ce) steht in Muzo zwangsläufig im Schatten des Smaragds. Dennoch gehört das Mineral zu den mineralogisch bemerkenswertesten Begleitmineralen der Lagerstätte. Seine Bedeutung liegt nicht nur in seiner Seltenheit und den teilweise außergewöhnlich gut ausgebildeten Kristallen, sondern vor allem auch in der engen Verbindung mit der Geschichte des Fundortes.
Muzo besitzt als Typlokalität von Parisit-(Ce) eine besondere Stellung. Hier wurde das Mineral erstmals wissenschaftlich bekannt, und bis heute stammen einige der eindrucksvollsten Kristalle aus dem westlichen Smaragdgürtel Kolumbiens. Gleichzeitig zeigt Parisit-(Ce), wie komplex die hydrothermale Mineralisation der Smaragdlagerstätten tatsächlich ist und dass diese weit mehr hervorgebracht hat als nur Smaragd.
Gerade die unterschiedlichen Kristallformen, die teilweise beachtlichen Größen und die gelegentliche Vergesellschaftung mit Smaragd machen Parisit-(Ce) für Sammler besonders interessant. Für mich persönlich gehört das Mineral deshalb zu den spannendsten mineralogischen Besonderheiten von Muzo – auch wenn es außerhalb der Sammlerszene deutlich weniger bekannt ist als die berühmten grünen Berylle.
Verwendete Quellen
[1] Zeug, M.; Nasdala, L.; Ende, M.; Habler, G.; Hauzenberger, C.; Chanmuang N., C.; Škoda, R.; Topa, D.; Wildner, M.; Wirth, R. (2021): The parisite–(Ce) enigma: challenges in the identification of fluorcarbonate minerals. Mineralogy and Petrology, 115, 1–19.
[2] Mindat.org: Parisite-(Ce): Mineral information, data and localities. Enthält unter anderem Angaben zu Formel, Kristallsystem, Härte, Dichte, Namensgebung und den Co-Typlokalitäten Muzo Municipality und Muzo Mine.
[3] Mindat.org: Vasquez-Yacopí mining district, Boyacá Department, Colombia. Fundortübersicht mit Nachweisen von Parisit-(Ce) für Muzo und La Pita sowie „Parisit“ für Coscuez.
[4] Altenberger, U.; Rojas-Agramonte, Y.; Yang, Y.; Fernández-Lamus, J.; Häger, T.; et al. (2022): In Situ U–Th–Pb Dating of Parisite: Implication for the Age of Mineralization of Colombian Emeralds. Minerals, 12(10), 1232.

