Sehr gut ausgebildeter Pseudoleucit aus Loučná pod Klínovcem im tschechischen Erzgebirge. Das mit 4,8 cm vergleichsweise große Stück zeigt die charakteristische 24-flächige Pseudokristallform besonders deutlich. Seitlich ist ein weiterer kleiner Kristall angewachsen. Mineralogisch handelt es sich nicht um eine eigenständige Mineralart, sondern um eine überwiegend aus K-Feldspat bestehende Pseudomorphose nach Leucit aus einer klassischen Fundstelle.
Pseudoleucit aus Loučná im tschechischen Erzgebirge
Diese außergewöhnliche Mineralstufe stammt aus Loučná pod Klínovcem im tschechischen Erzgebirge. Die Fundstelle ist seit langem für besonders gut ausgebildete Pseudoleucite bekannt und gilt als klassische Lokalität für diese charakteristischen Pseudomorphosen nach Leucit.
Das vorliegende Stück erreicht 4,8 × 4,5 × 4 cm und besitzt damit eine für Loučná attraktive Größe. Besonders auffällig ist die sehr gut erhaltene 24-flächige Pseudokristallform, deren zahlreiche ebene Flächen und deutlich voneinander abgegrenzte Kanten dem Stück seine markante geometrische Gestalt verleihen.
Die äußere Form entspricht einem Tetragontrioctaeder beziehungsweise Ikositetraeder, einer charakteristischen Kristallform des ursprünglichen Leucits. Obwohl der Leucit mineralogisch nicht mehr erhalten ist, blieb seine äußere Kristallgestalt während der späteren Umwandlung weitgehend bewahrt.
Seitlich ist ein zweiter, kleinerer Pseudokristall angewachsen. Dadurch erhält das Stück zusätzlich eine interessante dreidimensionale Ausbildung. Es handelt sich hierbei um eine Kristallverwachsung; eine kristallographische Verzwillingung ist für dieses Stück nicht nachgewiesen.
Was ist ein Pseudoleucit?
Der Begriff Pseudoleucit bezeichnet keine eigenständige Mineralart. Gemeint ist eine Pseudomorphose, bei der die äußere Kristallform von Leucit erhalten geblieben ist, während das ursprüngliche Mineral durch andere Mineralphasen ersetzt wurde.
Mineralogische Untersuchungen von Pseudoleuciten aus Loučná zeigen, dass diese überwiegend aus K-Feldspat bestehen. Analysierte Stücke enthalten etwa 80–90 % K-Feldspat. Dabei wurden unter anderem Sanidin beziehungsweise K-Feldspat mit einem strukturellen Zustand zwischen Sanidin und Orthoklas nachgewiesen. Als weitere Bestandteile treten unter anderem reliktischer Analcim und Muskovit auf.
Die Untersuchungen deuten auf eine mehrstufige Umwandlung hin: Zunächst kristallisierte Leucit. Dieser wurde später teilweise in Analcim umgewandelt und schließlich weitgehend durch K-Feldspat ersetzt. Die ursprüngliche Leucitform blieb dabei als Pseudomorphose erhalten.
Da die genaue mineralogische Zusammensetzung dieses konkreten Stücks nicht analytisch untersucht wurde, wird bewusst keine einzelne Feldspatart wie Orthoklas oder Sanidin als alleiniger Bestandteil angegeben.
Gerade die Kombination aus sehr gut erhaltener ursprünglicher Kristallform und vollständig veränderter mineralogischer Zusammensetzung macht dieses Stück zu einem besonders anschaulichen Beispiel für eine Pseudomorphose.
Mit seiner Größe, der sehr deutlich ausgebildeten 24-flächigen Form und dem angewachsenen zweiten Kristall ist dieser Pseudoleucit ein attraktives Sammler- und Lehrstück aus einer klassischen Fundstelle des Erzgebirges.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Bezeichnung | Pseudoleucit |
| Mineralgruppe | Feldspatgruppe als Hauptbestandteil |
| Typ | Mehrphasige Pseudomorphose nach Leucit |
| Ursprüngliches Mineral | Leucit |
| Zusammensetzung | Überwiegend K-Feldspat; für Loučná sind außerdem u. a. Analcim und Muskovit nachgewiesen |
| Fundort | Loučná pod Klínovcem, Erzgebirge, Tschechien |
| Kristallform | 24-flächige tetragontrioctaedrische / ikositetraedrische Pseudokristallform |
| Kristallanordnung | Sehr gut ausgebildeter Hauptkristall mit seitlich angewachsenem kleinerem Pseudokristall |
| Farbe | Hellgrau bis graubraun |
| Besonderheit | Sehr gut erhaltene Pseudomorphose aus einer klassischen Fundstelle |
| Abmessungen | 4,8 × 4,5 × 4 cm |
| Gewicht | 82,6 g |




















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